| |
Meine
erste Erfahrung im Anbau von Tabak
Im Januar 2009 kam ich durch
Zufall auf die Idee, bei ebay nach Tabak zu suchen. Dabei
dachte ich eigentlich an Päckchen mit fertig geschnittenem
Halfzwaretabak. Den fand ich zwar nicht, dafür jedoch
diverse Anbieter von verschiedensten Tabaksamen. Es gab
Samen für Zigarren-, Pfeifen-, Zigaretten- und was weiß ich
noch für Tabak. Ich suchte mir ein Angebot von ca. 2000
Tabaksamen für Zigaretten aus. Der Anbieter gab an, daß für
Privatpersonen eine Menge von 99 Tabakpflanzen zulässig ist.
Das soll etwas mit dem Steuerrecht zu tun haben. Nun gut.
Ich habe schon mit dem Gedanken gespielt, die überschüssigen
Samen weiter zu verkaufen. Wenn ich 99 brauche oder auch
etwas mehr, dann habe ich ja noch so viel Samen übrig.
Dachte ich jedenfalls! Die 2000 Samen kamen nach kurzer Zeit
bei mir zusammen mit einer Zugabe von ca. 1000 Samen für
Zigarrentabak an. Es waren 2 Minitütchen mit so kleinen
Samen, die man eigentlich einzeln mit einer Lupe ansehen
müsste. Die waren so klein! Jetzt weiß ich auch, warum die
Händler immer so viele Samen anbieten. Ich war mir nicht
sicher, überhaupt eine Tabakpflanze aus diesen Staubkörnchen
heranziehen zu können. Eine Anleitung in Kurzform war auch
dabei. 1. Aussäen in kleinen Anzuchttöpfen. Gut, hab ich.
Dann 2. Keimtemperatur ca. 25° Celsius. Wie Bitte? Wo habe
ich Die denn Anfang Februar? Also ging ich in den
Heizungsraum, wo eine Temperatur von ca. 20-22° herrschte.
Dort legte ich einige Körnchen auf die gewässerten
Torfpellets von dem Anzuchtset, daß ich mir vorher zulegte.
Nach ca. 7 Tagen sollten die ersten Keime sprießen. Das
taten sie zwar auch, jedoch verblieben sie in diesem Stadium
bis ca. Ende Februar. Zudem bildeten sich in den Töpfchen
komische, kleine Röhrenpilze. Ich sammelte sie zwar raus,
aber es war auch noch Schimmel auf der Erde und die kleinen
Pflänzchen fingen an zu verkümmern. Also: Weg mit dem Müll.
Selbst kleine Töpfe mit Löchern versehen und die Samenkörner
auf einfache Blumenerde gelegt. Vorher aber nochmal im
Internet nach einer Anleitung zum Tabakanbau gesucht und
auch ge-funden. Komisch: Hier stand nun eine Keimtemperatur
von 15°C +/- 5° drin. Ich stellte meine Töpfchen an einen
sonnigen Platz mit Temperaturen zwischen 15-20° und sorgte
für ausreichende Feuchtigkeit. Nach den vorher erwähnten 7
Tagen tat sich auch wieder etwas. Wieder sprießten die
Pflänzchen und kein Pilz oder Schimmel bildete sich auf der
Blumenerde. Ich fing an, die Pflänzchen zu pikieren, bzw.
auseinander zu pflanzen. Immer 2 in einen Topf von ca. 12 cm
Durchmesser. Nach ca. 4 Wochen waren sie um die 2-4 cm hoch
gewachsen. Laut Anleitung soll man erst am 15. April
aussäen. Aber da es mein erster Versuch mit Tabakpflanzen an
sich war, gab ich recht wenig auf Zeiten und Größenangaben
des Anbaukalenders. Hier mal ein Link zum
Tabakkalender. Ich beobachtete das Wachstum der Pflanzen
und hielt mich letzten Endes wenigstens an die Zeit zum
Auspflanzen. Ca. Mitte Juni bereitete ich mir im
Garten eine etwas größere Fläche von ca. 8 qm und setzte
meine Pflanzen aus. Sie hatten nun eine Größe von ca. 9-12
cm Höhe, es waren ca. 3-5 Blätter vorhanden und machten
einen robusten Eindruck. Ich sollte zwischen den Pflanzen
einen Abstand von ca. 60 cm lassen. Das habe ich aus
Platznot natürlich nicht gemacht. Erstens wusste ich nicht,
wie groß sie werden und schon gar nicht wie Breit! Ich bekam
39 Pflanzen auf die Fläche verteilt, gab wieder schön Wasser
und beobachtete weiter. Sie wuchsen um die Wette. Bei 6 der
Pflanzen steckte ich Stäbe ein und band sie daran fest,
damit sie nicht umfallen. Ich schaute mir diese Anleitung
an, ob etwas zum Umfallen der Pflanzen gesagt wird. Ja, es
stand was von durchhacken und häufeln drin. Das erste Hacken
nahm ich erst im Juli vor und häufelte auch. Die Pflanzen
standen seitdem Supergut. Die Blätter wurden größer und
größer. Einige Schnecken fanden sie so gut, daß sie ihren
Hunger daran stillten. Das passte mir ganz und gar nicht.
Ich streute etwas Salz um die Pflanzen und der Spuk war
vorbei. Im August hackte ich in der ersten Woche noch mal
durch und machte danach nichts mehr, außer ab und an ein
wenig zu wässern. Von den ersten ausgesetzten Pflanzen sind
3-6 Blätter schon im Juli abgefallen. Die größten 3 Blätter
legte ich an einen luftigen Platz, der auch trocken war.
Heute ist der 13.09. und ich habe schon ca. 12 Blätter
geerntet. Die Pflanzen haben jetzt ein Höhe von ca. 140 -
160 cm erreicht. Die drei ersten Blätter habe ich zerschnitten
(natürlich vorher das Blattskelett entfernt!) und mir einige
Zigaretten davon gestopft. Geschmacklich fast wie diese
kleinen Zigarillos. Also nicht mal schlecht. Obwohl diese
Blätter nicht ausgereift waren. Im Moment fange ich mit der
Ernte der Blätter an. Man soll damit anfangen, wenn sich die
Blätter von dunklem ins helle Grün verfärben. Bis Ende
September um den 30. sollte es abgeschlossen sein. An einem
luftigen, trockenen Ort habe ich ein Band unter Dach gespannt, auf dem
ich nun immer die Blätter aufreihe. Nach 6-8 Wochen
Trocknungsphase kann man das Blattskelett entfernen und den
Tabak schneiden. Ich mach das erst mal mit einer Schere, was
echt Zeitaufwändig ist. Ich sehe mich mal nach einer anderen
Möglichkeit um und werde wohl Mitte November, wenn die 8
Wochen rum sind über Geschmack und Schnitt berichten.
Dezember 2009 Die 8 Wochen sind ja nun schon
längst überschritten und es ist ca. 1 Monat später geworden.
Macht aber nichts, da ich nun konkret sagen kann, was in der
Zeit mit dem Tabak passierte. Meine Plätze zum Trocknen
waren nicht so gut ausgesucht. Es kam unter dem Vordach zwar
genügend Umluft, bzw. Wind ran, jedoch habe ich die
Luftfeuchtigkeit in Richtung November nicht bedacht. So kam
es, dass der Bräunungsgrad bis Mitte Oktober noch relativ
gut war und der Tabak einen starken aber guten Geschmack
hatte. Da war die Luft auch noch trocken (zwischen 55-75 %).
Zum Schneiden habe ich mir für 5 Euro im Sozial-kaufhaus
einen Fleischwolf geholt. Der hat einen guten Einsatz, um
den Tabak gut für den Stopfer klein zu bekommen. Damit
klappt es wunderbar. Von Mitte Oktober bis November nahm die
Luftfeuchte aber kontinuierlich zu, so bildete sich vermehrt
Schimmel auf den Blättern. Diese konnte ich natürlich gleich
auf dem Kompost entsorgen. Auch der Geschmack und Geruch
wurde zunehmend schlechter, ließ sich jedoch durch Mischen
mit American Blend noch rauchen. Nächstes Mal werde ich
andere Plätze drinnen suchen, da die Luftfeuchte dort nicht
so großen Schwankungen unterliegt wie draußen. Ich bin mit
der Ausbeute und der Arbeit zufrieden. Kosten waren mit 3,50
Euro für Samen und 5 Euro für den Schneider Supergering. Es
kam aus den 39 Pflanzen ca. 1500 g rauchbarer Tabak raus und
ich werde im nächsten Jahr versuchen, die doppelte Menge zu
ziehen. Allen Rauchern und auch den Nichtrauchern ein frohes
Weihnachtsfest und einen guten Rutsch in 2010. Bis nächstes
Jahr, Peter.
2010 - Es geht
weiter! |